Wieso das Essen in Schulen und Kitas unsere Kinder krank machen kann.

Vor kurzem habe ich einen Zeitungsartikel* über Kreidezähne gelesen.

Unter Kreidezähnen verstehe man eine schwere Zahnschmelzstörung. Es leide mittlerweile in Niedersachsen jedes 20. Kind darunter, wie Karl Doeleke in der Hannoverschen Allgemeinen berichtete. Im Schnitt litten in Deutschland laut der Gesellschaft für Kinderzahnmedizin 10-15% unter dieser neuen Volkskrankheit. Bei den 12- Jährigen seien es sogar laut der 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie 30%. Die Krankheit sei durch weiße bis gelblich-braune Flecken auf den Zähnen zu erkennen. Es sei jedoch unklar, woher diese Krankheit stammt*.


Nach ein paar Recherchen stieß ich auf das Buch "Deutschlands kranke Kinder" von Ulrike von Aufschnaiter. Die sich dort auf die Suche nach der Ursache dieser Krankheit machte und dabei auf erschreckende Ergebnisse stieß, die auch dich interessieren sollten, wenn du ein Kind hast und möchtest, dass es lange gesund ist.


Aufschnaiter bekam heraus, dass diese Zahnschmelzstörung in der Ernährung begründet ist. Viele Kinder essen heute nicht mehr zuhause sondern in der Kita oder in der Schule.

Obwohl sich das Ministerium, welches die Ernährungsempfehlungen für die staatlichen Institutionen aufstellt an der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), welche die höchste Instanz für gesunde Ernährung in Deutschland darstellt, orientiere, werden Kinder reihenweise krank.

Zunächst hören sich deren Empfehlungen gut an: So geben sie z.B. die Regel "5 am Tag" - 3xGemüse und 2xObst vor. Das Problem dabei ist jedoch, dass nicht vorgegeben wird, in welcher Form die Lebensmittel den Kindern gereicht werden sollen. Frisch, gefroren, als Saft oder als Konserve?

Somit lassen die Empfehlungen viel Raum für eine ungesunde Ernährung:

  • Aufschaiter schreibt, die DGE rate an vielen Stellen zu industriell hergestellten Lebensmitteln, ohne auf die Risiken von Pflanzenschutzmitteln und Zusatzstoffen hinzuweisen.

  • Ökologisch Angebautes und pestizidbehandeltes Gemüse wird gleichwertig dargestellt.

  • Obstkonserven und Tiefkühlgerichte würden als geeignet für den täglichen Verzehr deklariert.

  • Gesunde Lebensmittel, wie frische Kräuter, Zwiebelgewächse, Pilze, Nüsse und Hülsenfrüchte würden kaum genannt werden.

So lassen diese Empfehlungen Chicken Wings mit Ketchup, Fischstäbchen mit Tütenkartoffelbrei und Vanillejoghurt den Raum auf den Speiseplan der Institutionen zu gelangen.


Unsere Kinder leiden durch diese ungesunden Gerichte nicht nur unter akuter Unterversorgung von Nährstoffen, sie lernen zusätzlich, dass viel Zucker und Salz in Ordnung seien und verstehen den Wert lokaler Naturprodukte nicht.


Der Preis für die unnatürliche Ernährungsweise ist hoch:

  • Laut Aufschnaiter erkranken jeden Tag ca. 1000 Menschen an Diabetes Typ-2 . Die Hauptursachen seien Zuckerkonsum und Nährstoffmangel.

  • Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat sich der Anteil der weltweiten Übergewichtigen verdreifacht.

  • die Zahl der Krebserkrankungen, bei denen man ebenfalls z.T. von einem Zusammenhang mit der Ernährung ausgeht, steigt ständig.

Aber wieso verändert die DGE dann ihre Empfehlungen nicht?

Die Lebensmittel- und Agrarindustrie hat eine extreme Macht darüber, welches Essen uns zur Verfügung gestellt wird. Leider liegt ihnen nicht in erster Linie die Gesundheit des Menschen am Herzen. Von Erkrankungen profitieren einfach zu viele Wirtschaftszweige. Neben der Lebensmittelindustrie sind beispielsweise auch die Pharmaindustrie, Ärzte, Krankenkassen und nicht zuletzt auch die Finanzindustrie ganz vorne mit dabei.

Dadurch, dass quasi Jeder Mitglied der DGE werden kann, seien auch die Landwirtschafts-, Fleisch- und Milch- und Lebensmittelkonzerne vertreten, die nach Aufschnaiter ihre wirtschaftlichen Interessen einfließen lassen und sich wahrscheinlich ihre Standards somit selbst setzen können.


Egal, wie das alles tatsächlich ist. Die Zahlen der Erkrankten sprechen für sich, und dass Chicken Wings, Fischstäbchen und zuckerhaltige Süßspeisen und Getränke einfach nicht gesund sind, weiß jeder.


Das die Ernährung kein Aspekt ist, der bei der Suche nach Kitas besonders bedeutsam sein soll, fand ich heraus, als ich mich auf die Suche nach einem Betreuungsplatz für meinen Sohn machte. Bei uns müssen wir das Portal Little Bird für die Bewerbung von Kinderbetreuungsplätzen verwenden. Nachdem ich das Geburtsdatum und den Beginn der gewünschten Betreuungszeit angab, bekam ich 200 Möglichkeiten geboten, bei denen ich mich bewerben konnte. Verfeinern kann man die Suche z.B. durch bestimmte Auswahl von Träger, Fremdsprache, Religion usw. Gesunde Ernährung oder Biokost, die für mich ein wichtiger Aspekt gewesen ist, kann man dort jedoch nicht auswählen. Dies musste ich tatsächlich bei jeder Einrichtung selbst herausfinden.


Es muss sich also dringend etwas ändern, wenn wir nicht wollen, dass unsere Kinder scharenweise krank werden!

In erster Linie sollten wir selbst Verantwortung für unsere und die Ernährung unserer Kinder übernehmen und so gemeinsam eine Rückbesinnung auf gesunde und nährstoffreiche Ernährung anstreben. Was kannst du sonst noch machen? Lass gern einen Kommentar dazu da.


Hinweise zu einer guten Ernährung findest du in meinem Artikel "Gesunde Ernährung für die ganze Familie".


Wenn du noch mehr über das wissen möchte, was Ulrike von Aufschnaiter bei ihren Recherchen herausgefunden hat, findest du hier ihr Buch dazu.





#Gesundheit #Kita #Essen


*Doeleke, Karl. Hannoversche Allgemeine. Titel "Kinder leiden unter rätzelhafter Zahnkrankheit" Erschienen am 16.07.2020.


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Hey, ich bin Anin Swenson, habe Sportwissenschaften, Pädagogik, Biologie und Mathematik studiert und bin Mutter meines wundervollen Sohnes. Da mir mein Liebling so wichtig ist, setze ich mich immer wieder mit neuen Themen rund um Kindergesundheit auseinander, die ich gern mit Dir hier auf GemeinsamGrossWerden teilen möchte.

(Um unser Privatleben aus dem Netz zu halten findet ihr hier nur Künstlernamen :))

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